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14. August 2011 7 14 /08 /August /2011 11:34

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Liebe Leserinnen und Leser,
 
äußerst turbulente Tage an den Kapitalmärkten liegen hinter uns. Was Anfang August noch positiv mit der erwarteten Erhöhung der US-Amerikanischen Schuldengrenze begann, drehte sich noch am selben Tag mit schlechten Konjunkturdaten aus den USA. Damit begann ein Abverkauf der Märkte auf Raten, wie wir ihn in diesem Ausmaß seit Herbst 2008 nicht mehr gesehen hatten.
 
Selbst positive Daten vom US-Arbeitsmarkt konnten die Aktienmärkte nur kurzfristig beruhigen, ehe anschließend der Abverkauf weiterging. Was sind die Gründe hierfür? Die bereits erwähnten durchwachsenen Konjunkturdaten sind hierfür sicherlich nicht alleine verantwortlich, auch wenn sie ihren Teil dazu beigetragen haben.

Die aktuelle Krise ist vielmehr eine Vertrauenskrise, hervorgerufen durch die verantwortlichen Politiker.
Als 2008 die Weltwirtschaft im Zuge der Finanzkrise massiv unter Druck stand, handelten die Staatenlenker dieser Welt koordiniert, entschlossen und vor allem schnell, und konnten so die Märkte beruhigen. Genau das fehlt nun.
Ganz offenkundig wurde dies bei den Verhandlungen über die Erhöhung der Schuldengrenze in den USA. Völlig überflüssig hat hier politisches Kalkül eine irrwitzige und sinnlose Eskalation provoziert.
 
Aber auch in Europa kommt die Spezies der politisch Verantwortlichen fast täglich mit neuen unausgegorenen Vorschlägen.  
Da hangelt man sich seit beinahe anderthalb Jahren von einem Rettungspaket zum nächsten. Jeder Politiker macht im Vorfeld seine Forderungen laut, die teilweise konträrer nicht sein könnten, und am Ende wird dann ein minimalistischer Lösungsansatz gefunden, damit jeder sein Gesicht wahren kann. Nachhaltiges - bislang Fehlanzeige.
Kommentare aus China klingen unerwartet erfrischend, wenn von dort eine Rückkehr zur Zusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft im Stil von 2008/2009 gefordert wird...
  
Dennoch müssen wir bis auf weiteres wohl mit Rettungspaketen, Liquiditätsflutungen und ähnlichem leben.   
  
Die Bewertungen der Unternehmen an den Aktienmärkten sind derzeit sehr günstig.
Natürlich interessiert das kurzfristig niemanden, wenn alle in Panik verfallen und nur noch verkaufen möchten, aber mittelfristig sollte dies durchaus beachtet werden. Doch genau diese nicht teuer bewerteten Sachwerte werden aktuell verkauft, um das Geld in die „sicheren Staatsanleihen“ zu investieren. In den letzten Tagen ging es sogar soweit, dass Unternehmensanleihen (nicht Aktien) mit guter bis hervorragender Bonität veräußert wurden, um dieses Geld dem Staat anzuvertrauen !
Das muss man sich tatsächlich vor Augen führen!! Wertpapiere mit denen einem gesunden, zahlungsfähigen und profitablen Unternehmen Kapital geliehen wurde, werden verkauft, um dieses Kapital dann einem Staat anzuvertrauen, der mehr oder weniger bankrott ist (gilt auch für Deutschland) und von inkompetenten und zerstrittenen Politikern geführt wird - unglaublich!
 
Sachwerte wie Aktien, Rohstoffe (inklusive Edelmetalle) und auch Immobilien sollte man besitzen, und Geldwerte (Staatsanleihen, aber vor allem Bankeinlagen) sollte man nach Möglichkeit meiden. Denn dass dieses Schuldengebilde der westlichen Industrienationen derzeit gewaltig wackelt ist immer offensichtlicher. Wer am Ende dieser Entwicklung sein Geld einem Staat oder einer Bank geliehen hat, der wird wohl wenig Freude damit haben.

Ein interessanter Artikel, den ich dieser Tage erhalten habe, führt uns beim Blick auf das Argentinien der Jahre 2001/2002 vor Augen, wie so etwas ausgehen kann: 
Argentinien befand sich in den Jahren 2001/2002 in der Situation, dass es seine immensen Schuldenberge nicht mehr bezahlen konnte und schlicht gesagt „die Hand heben musste“.
Im Vorfeld kam es zu einer wirtschaftlichen Krise, welche durch einen Rückgang aller (!) Vermögenswerte gekennzeichnet war. Aktienmärkte gingen zurück, Immobilienpreise brachen ein, und überträgt man diese Situation auf die Industrienationen, dann werden vermutlich auch die Rohstoffe nachgeben. Selbst die Edelmetalle könnten dann fallen - in der Krise 2008 war dies der Fall!
Aber auch in den Geldwerten war das Geld nicht sicher. Halter von argentinischen Staatsanleihen warten noch heute darauf, dass ihnen wenigstens ein kleiner Anteil ihrer Summe wieder zurück vergütet wird. Banken wurden geschlossen, damit die Sparer ihre Einlagen nicht abheben und so diese in den Ruin treiben konnten. Diese waren zwar nach der Krise noch da, aber durch eine hohe Inflation sowie eine neue Umrechnung gegenüber den Fremdwährungen nur noch einen Bruchteil dessen wert, was es vor der Krise war.  
 Als sich nun aber Argentinien durch diesen „Offenbarungseid“ seiner Schulden entledigt hatte, waren die Sachwerte noch da. Unternehmen produzierten wieder Waren und verkauften diese, Rohstoffe konnten wieder verarbeitet werden und Wohnungen warfen wieder Mieten ab. Innerhalb weniger Monate erreichte der argentinische Aktienindex wieder sein Vorkrisenniveau, selbst
inflationsbereinigt dauerte dies nur wenige Jahre. Bankeinlagen, Anleihen und sonstige Geldwerte hingegen waren beinahe wertlos, sind es noch heute und werden es auch bleiben. (Was hilft dann noch die Zusicherung einer Bundeskanzlerin von der Sicherheit der Bankeinlagen...)
Da es in der Geschichte an Beispielen überschuldeter Staaten nicht mangelt, liegen hier ausreichend Vorbilder vor. Und immer verlief es ähnlich, die vermeintlich sicheren Anlagen verloren beinahe ihren gesamten Wert, Sachwerte hingegen waren immer ein guter Schutz.
 
Wie es nun in den nächsten Tagen und Wochen am Markt weitergeht und wann die Panik endet, ist schwer zu sagen.
Allein schon wegen der Verunsicherung vieler Marktteilnehmer ist eine Rückkehr zu einem nachhaltigen Aufwärtstrend, wie wir ihn seit März 2009 gesehen haben, nur sehr schwer vorstellbar.
 
Dass es nach solch einem Kursturz aber jederzeit zu einer kräftigen Gegenbewegung kommen kann, ist dennoch nicht ausgeschlossen. Ob der Markt vorher noch ein paar Prozentpunkte fällt, oder ob wir das Tief schon gesehen haben und die Gegenbewegung somit bereits begonnen hat, werden wir bald wissen.
 
Was sicherlich nicht in großem Umfang gekauft werden sollte sind Staatsanleihen, auch wenn es Deutsche sind oder sie als noch so sicher angepriesen werden. Lieber sollten Sie in die Privatwirtschaft investieren (z.B. über solide Aktienfonds), auch wenn andere Marktteilnehmer dies momentan anders sehen und diese Papiere verkaufen.
 
Lassen Sie sich in diesen Tagen nicht verrückt machen oder verunsichern, weder von den Zeitungen, noch von den Nachrichten oder sonst irgendwem. Genießen Sie lieber die in diesem Sommer raren Sonnentage, denn Sonne ist in diesem Sommer wohl tatsächlich ein sehr knappes Gut.
 
Und wenn Sie Fragen haben, dann rufen Sie mich gerne an oder schreiben mir eine E-Mail.

Hans-Peter Weil
Bergfinkenstraße 7c
82194 Gröbenzell

Telefon 08142 / 59 28 16

 

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