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26. Juli 2019 5 26 /07 /Juli /2019 14:13

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

diese Fragen werden Sie sich sicherlich schon das ein oder andere Mal gestellt haben:

"Wie lange noch … sind die Zinsen so niedrig?"  oder "Wie lange noch … geht das mit den Börsen gut?"

Aus zwei Ereignissen vom vergangenen Donnerstag lässt sich für diese Fragen eine Antwort ableiten: noch lange!

Wenn Sie Hoffnung auf wieder steigende Zinsen hatten, so können Sie diese bis auf weiteres begraben. In ihrer Sitzung am Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund schwacher Konjunkturaussichten und (zu) niedriger Inflation beschlossen, die Strategie des lockeren Geldes fortzusetzen.
Schon jetzt zahlen Banken 0,4% Strafzinsen an die EZB, wenn sie dort ihr Geld "parken".
Nach Berechnungen des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) kostet das die deutschen Bankhäuser etwa 200 Millionen Euro monatlich!

Wenn -wie zu vermuten- von der EZB an dieser Schraube weiter gedreht wird, dann werden die Banken diese Strafzinsen auch mehr und mehr auf uns Kunden abwälzen.
Laut Bundesbank steckten Ende 2018 rund 2,5 Billionen Euro in Bankeinlagen oder wurden von Sparern in Form von Bargeld "unterm Kopfkissen" aufbewahrt. Da ist für die Banken richtig was zu holen!

Doch was ist die Alternative für uns Anleger?

Das führt unmittelbar zur zweiten Frage von oben: Wie lange geht das noch gut mit den Börsen?

Börsen sind normalerweise hervorragende Frühindikatoren. Mit einem zeitlichen Vorlauf von sechs bis zwölf Monaten nehmen Sie die wirtschaftliche Entwicklung vorweg. Wie sieht es damit aus?

Ebenfalls am Donnerstag hat das Münchener Ifo-Institut den aktuellen Geschäftsklima-Index für den Monat Juli veröffentlicht. Dieser ist von 97,5 auf 95,7 Punkte gefallen. Das war der vierte Rückgang in Folge. Der führte den Index auf den niedrigsten Stand seit April 2013. Die Zeichen des Ifo-Index stehen somit auf Rezession.

Ifo-Index 07

Und die Börsen? Haben die das dieses Mal "verpennt"?

Normalerweise müsste aufgrund der wirtschaftlichen Erwartungen der deutsche Aktienindex (DAX), der die 30 größten aktienbasierten Unternehmen in Deutschland repräsentiert, schon seit einigen Monaten auf Tauchstation sein. Stattdessen liegt er aktuell in einem sehr erfreulichen Bereich zwischen 12.200 und 12.500 Punkten.

Das ist das Paradoxe an dieser Situation! Die nicht vorhandenen Zinsen führen zu einem "Anlagenotstand".
Am Immobilienmarkt sieht man diese Entwicklung schon seit mehreren Jahren.

Beim direkten Vergleich zwischen den 30 größten aktienbasierten Unternehmen und den 30 Städten mit der größten Immobilienpreissteigerung stellt man fest, dass sich die Immobilienpreise viel stärker verteuert haben, als etwa die Unternehmensbewertungen.
Oder anders ausgedrückt sind Aktien im Vergleich zu Immobilien unterbewertet.

Zinsen, Immobilienpreise und Aktien führen aber kein von einander unabhängiges Eigenleben. Investoren ziehen auf der Suche nach der optimalen Anlage immer alle Investitionsmöglichkeiten in Betracht. Rendite, Risiko und Kapitalbindungsdauer werden dabei professionell gegeneinander abgewogen. Daraus kann man sich als Anleger das ein oder andere ableiten.

  1. Zinsanlagen sind definitiv ein Verlustgeschäft und werden es bleiben!
    Die Inflation liegt mit 1,3 Prozent in der Eurozone über den Zinsen - in Deutschland beträgt die Teuerungsrate 1,6 Prozent. Daher schrumpft die Kaufkraft des Gesparten stetig, das Geld wird immer weniger wert. Allein für das erste Halbjahr liegt der geschätzte Wertverlust, den Sparer hierzulande erlitten haben, bei 15,9 Milliarden Euro.

     
  2. Aktien und Aktienfonds sind in Folge der Geldpolitik der Zentralbanken trotz momentaner Rezessionsgefahr ein sehr gute Alternative.
    Zusätzlich zur Zinspolitik kommen hier zwei weitere "Treiber" hinzu:
    - Für Investoren ist die Rendite von Immobilien in Ballungsgebieten aufgrund der vergangenen Preissteigerungen zusehends uninteressant. Das Risiko einer Blasenbildung am Immobilienmarkt ist hoch und nimmt weiter zu.
    - Wenn die wirtschaftlichen Zeichen wieder nach oben drehen und die Börsen das mit ihrem "üblichen" Vorlauf vorweg nehmen, kann sich bei Aktien relativ zeitnah zusätzliches Steigerungspotenzial ergeben.


Gerne bespreche ich mit Ihnen Ihre persönliche Anlagesituation.

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