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8. Juni 2017 4 08 /06 /Juni /2017 10:24

Kaum sind an der Börse die Indizes nahe ihren Höchstständen, werden die einen euphorisch, die meisten aber ängstlich und zurückhaltend.
Zeit, das Ganze einzuordnen!

Hierzu bietet sich ein Risikovergleich der unterschiedlichen Anlageformen an. Eine sehr gute Bewertung des jeweiligen Risikos einer bestimmten Anlage ist das Verhältnis von Kaufpreis zu jährlichem Gewinn, oder der Dividende, dem Zins, der Rendite etc.

Dieses Verhältnis entspricht auch der Anzahl Jahre, die es dauert, um mit den erzielten Gewinnen das investierte Kapital zu verdoppeln.

Nun ist es das ureigene Interesse eines Anlegers, das eingesetzte Kapital so schnell und so sicher wie möglich zu vermehren (... zu verdoppeln).

Aus der Verhältniszahl lassen sich dazu zwei Dinge ableiten:

Je größer die Zahl ist, desto teurer ist die jeweilige Anlage und desto riskanter ist sie im Vergleich zu einer Anlage mit kleinere Zahl.
In einer idealen Welt wäre die Verhältniszahl (bzw. die Anzahl Jahre bis zur Kapitalverdopplung) bei allen Anlagen identisch. Daher wird es immer Kräfte geben, die den Ausgleich der Anlageformen untereinander anstreben. Das bedeutet konsequenter Weise, das teure (risikoreichere) Anlagen verkauft und dadurch eher im Preis fallen und billiger werden. Im Gegenzug werden günstige (risikoärmere) Anlagen gekauft werden und deren Preise durch die erhöhte Nachfrage eher steigen.

Im folgenden ein Vergleich einiger Anlageformen:

Aktien:
Das Verhältnis aus Aktienkurs und erwirtschaftetem Gewinn der jeweiligen Aktiengesellschaft liegt bei deutschen Aktien aktuell im Durchschnitt ungefähr bei 14. Man spricht insbesondere bei Aktien auch vom sogenannten Kurs-/Gewinnverhältnis. In der Hochphase der Blasenbildung und Krise am Neuen Markt (im Jahr 2000) lag das durchschnittliche Kurs-/Gewinnverhältnis in der Größenordnung von 50, bei einzelnen Werten sogar weit darüber!

Bundesanleihe / Zinsanlage:
Die 10-jährige Bundesanleihe hat eine aktuelle Rendite von ungefähr 0,40%.
Das ergibt bei einem Nominalwert von 100 Euro ein Verhältnis von 250, was wie bereits erwähnt auch der Zahl der Jahre entspricht um das investierte Kapital zu verdoppeln!
Vor einigen Jahren lag die Rendite noch bei 6% und darüber, das ergab ein Verhältnis  im Bereich zwischen 10 und 20. In diesem Bereich ist "normalerweise" auch der ausgewogene Anlagebereich!

Immobilien:
Hier ist das Maß die Mietrendite aus Kaufpreis zu jährlicher Mieteinnahme.
In Ballungsräumen liegt die Mietrendite aufgrund der exorbitant gestiegenen Immobilienpreise bei 2,5%. Das ergibt ein Verhältnis von 40.
Bevor man nun aber auf "günstigere" Objekte mit eventuell besserer Mietrendite ausweicht sollte man das wesentliche Kaufkriterium, die Lage der Immobilie, nicht aus dem Auge verlieren.

Gold:
Die Rendite von Gold ist Null. Es gibt keinen Zins, keine Dividende - nichts, für Gold. Und die notwendigerweise sichere Lagerung verursacht zusätzliche Kosten.
Gold wird gerne auch als Anlage der "letzten Instanz" gesehen und immer wieder als Retter in der Not verkauft. Es  ist aber im Wert extrem schwankend und zum Vermögensaufbau ungeeignet.
Der Goldpreis für 1 Unze lag im September 2012 bei ca. 1.800 US Dollar. Aktuell liegt er bei ca. 1.250 US Dollar. Ein Minus von 30%.

Bargeld:
Hier ist die Rendite ebenfalls Null. Das rein rechnerische Risiko ist bei Bargeld sogar unendlich groß - es ist buchstäblich auch schnell "verbrannt". Daher sollte es sicher gelagert werden (Banksafe), was zusätzliche Kosten verursacht.

Die Aufstellung ist bei weitem nicht vollständig, aber sie beinhaltet zumindest die beliebtesten Anlageformen der Deutschen.

Kapitalverdopplung und Inflation

Bei allen Anlagen sollte man nicht vergessen, dass der gierige Geier der Inflation über allem seine Bahnen zieht und sich fortwährend seinen Teil davon abzweigt.

Beim Vergleich der Verhältniszahlen von Aktien, Immobilien und Zinsanlagen wird sehr deutlich, wo aktuell die großen "Blasen" sind.

Treffen Sie Ihr eigenes Urteil - ich unterstütze Sie gerne bei Ihren Anlageüberlegungen.

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Published by Finanzberatung HPW
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