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17. Juli 2015 5 17 /07 /Juli /2015 13:26

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie das Phänomen vom "Josephspfennig"?
Ich möchte Ihnen diese unglaubliche Geschichte kurz erzählen:

Es handelt sich dabei um ein Gedanken-Experiment zum Zinseszins, das im Jahr 1772 vom Philosophen Richard Price entworfen wurde.

Er ging davon aus, dass Josef von Nazareth bei der Geburt seines Sohnes Jesus einen Pfennig (heute einen Euro-Cent) mit einer dauerhaften Verzinsung von fünf Prozent jährlich angelegt hätte.
Wenn er nun die Zinsen bis zum heutigen Tag immer genommen und sie einfach "unter's Kopfkissen" gelegt hätte, dann wäre alle 20 Jahre 1 Cent hinzugekommen und aus dem ursprünglichen Cent wären inzwischen immerhin 1 + 0,05 * 2015 = 101,75 Cent also etwas mehr als 1 Euro geworden.

Hätte Josef die Zinsen stattdessen aber ebenfalls zu 5% wieder angelegt, dann wären aufgrund des Zinseszinses inzwischen aus 1 Cent mathematisch korrekt 1 * (1+0,05) 2015 Cent geworden.
Ausgeschrieben ergibt das astronomische 4,970929752 * 10 42Cent
oder 49.709.297.520.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Euro (49,7 Sextilliarden)

Dafür könnte man sich beim aktuellen Goldkurs unsere Erde mehr als 200 Milliarden mal in Gold aufwiegen lassen.
Problematisch wäre hier allerdings die Verfügbarkeit, denn das gesamte auf der Erde bislang geschürfte und somit vorhandene Gold findet Platz in einem Würfel mit einer Kantenlänge von lediglich ca. 20 Metern.

Die gesamte Erde, so wie sie real existiert, könnte man sich 1,4 * 1025 mal für diesen Betrag kaufen - theoretisch.

Kaum auszudenken, wenn die Griechen bei der Akropolis eine der vielen Säulen zugunsten eines "SparCents" weggelassen hätten
und diesen nun seit über 2.400 Jahre so angelegt hätten. Schulden hätten sie auf alle Fälle keine!

Hier im Überblick:

Unglaublich - aber mathematisch völlig korrekt!

Mit dem heutigen Zinssatz von -sagen wir- 0,2% sieht das ganze dann aber schon wieder viel "normaler" aus.
Auf Josef's Dauerkonto wären aus dem einen Cent nach 2015 Jahren 1 * (1+0,002) 2015 Cent geworden.
Das ergibt trotz kontinuierlicher Re-investition und Zinseszins gerade einmal 56 Cent!

... und auch hier im Überblick:

Unglaublich - aber mathematisch völlig korrekt!

Daraus kann man sehr einfach erkennen, dass Vermögensbildung zwei wesentliche Treiber hat:
Zeit und Rendite.

Es gibt sicherlich interessantere Fonds, aber ein beispielhafter "Klassiker", der das seit über 60 Jahren trotz ungezählter Crashs und Krisen sehr schön unter Beweis stellt, ist der Templeton Growth Fonds.
Aus 1 Cent hat er mit 10,6% jährlicher Rendite in dieser Zeit immerhin das 422-fache (= 4,22 Euro) gemacht.
Ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto mit durchschnittlich (aus heutiger Sicht astronomischen) 3% jährlicher Verzinsung hat den Cent in 60 Jahren lediglich versechsfacht (= 6 Cent).

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Published by Finanzberatung HPW
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